Jördis Tielsch

„Die raue Stimme habe ich von Geburt an, sagen meine Eltern, sie ist einfach ein Geschenk“, lacht Jördis Tielsch. „Amüsant ist, dass sie immer weicher wird, je älter ich werde.“ Eine glückliche Fügung – wie so vieles auf ihrem musikalischen Weg, an dessen Anfang allerdings nicht ihre Stimme, sondern die Geige stand. Auf eigenen Wunsch: „Meine Eltern sind keine Musiker. Aber seit ich mit einer Freundin auf die Idee kam, Geige zu lernen, haben sie mich immer darin unterstützt.“

Die erste Lehrerin unterrichtet nach der Suzuki-Methode, einem Ansatz, der auch heutige Stars wie Julia Fischer und Hilary Hahn hervorgebracht hat. Und der spielerische, das Gehör schulende Unterricht macht das Instrument schnell zu einer unentbehrlichen Begleiterin: „Die Geige ist für mich wie eine gute Freundin, weshalb ich meinen Instrumenten früher auch immer Namen gegeben habe. Man liebt sich innig, streitet manchmal ganz furchtbar, aber findet am Ende immer wieder zusammen – auch wenn man mal eine Weile nicht geübt hat. Mittlerweile fällt mir buchstäblich alles leichter, wenn ich die Geige in der Hand habe, sogar das Reden. Ohne fühle ich mich irgendwie einsam, vor allem auf der Bühne.“

Trotz der Offenheit ihrer Lehrerin für Jazz und Pop – der Fokus liegt auf der Klassik. Jördis nimmt an „Jugend musiziert“ teil, erreicht mit großem Spaß und dem ihr eigenen Ehrgeiz zweite und dritte Plätze im Bundeswettbewerb. Aber sie fremdelt mit dem strikten, stark reglementierten Klassikbetrieb. Jördis will etwas anderes, und sie findet es: Eine eigene Band, mit Platz für Geige und Gesang gleichermaßen.