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Etwas zur Geschichte der Erndtebrücker Kulturinitiative

Die Erndtebrücker Kulturinitiative (EKI) ist gewissermaßen ein Kind des Gebrüder-Busch-Kreises (GBK). Ursprünglich gehörten zum GBK die Städte Hilchenbach und Kreuztal. Am 23.11.1976 wurde auf Wunsch Erndtebrücker kulturinteressierter Bürger in der Jahreshauptversammlung des GBK die Gemeinde Erndtebrück, vertreten durch Bürgermeister und (damals noch) Gemeinde-Direktor, in den Verbund aufgenommen und die neue Unterbezeichnung: „Kulturgemeinde der Städte Hilchenbach und Kreuztal und der Gemeinde Erndtebrück“ beschlossen. Dazu muss man wissen, dass das Haus der Eltern der Busch-Brüder in Erndtebrück stand! Als Voraussetzung war eine finanzielle Beteiligung zu den Veranstaltungs- und Buskosten, über die der Gemeinderat Erndtebrück zu befinden hatte, proportional zur Teilnehmerzahl verabredet worden. Außerdem erweiterte sich der geschäftsführende Vorstand um Bürgermeister und Gemeindedirektor Erndtebrücks als „geborene Mitglieder“. Zu den Buskosten: in den 70er und 80ger Jahren fuhr von Erndtebrück aus eine Bus von der Größe eines Linien- bzw. Reisebusses (!) zu den Veranstaltungen ins Dahlbrucher Gebrüder-Busch-Theater.  

Als Mitträger des GBK unterstützte die Gemeinde Erndtebrück diesen bis 1994 mit einem Jahresbeitrag in 4-stelliger Höhe (DM). Nicht nur aufgrund der schlechten Finanzlage stand diese Unterstützung 1995 zur Disposition.
1995 beschloss der Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur (!) eine Empfehlung (mehrheitlich) an den Rat, die Mitgliedschaft im Gebrüder-Busch-Kreis aufzukündigen und den Kommunalzuschuss zu streichen. Daraufhin reagierten die Kultur-Interessierten auf Initiative eines Ratsmitgliedes mit einer mehr als 250 Personen umfassenden Unterschriften-Aktion gegen die Absicht, die Mitgliedschaft aufzukündigen, die Kulturgemeinde zu verlassen und den Zuschuss zu streichen.
Bei der endgültigen Beratung über den Haushalt 1996 beschloss der Rat im Dezember 1995 den im April bereits geplanten Beitrag zu halbieren und mit einem Sperrvermerk zu versehen. In einem offenen Brief informierte der Bürgermeister, dass „aufgrund der schwierigen Haushaltssituation“ vom Gemeinderat fast alle freiwilligen Zuschüsse an die Vereine gestrichen wurden. „Hinsichtlich des Zuschusses an den GBK e.V. ist jedoch der Betrag eingestellt worden, der aber nur dann zur Auszahlung gelangt, wenn sich in unserer Gemeinde ein  Kultur-Förderverein etabliert, der ebenfalls einen Zuschussbetrag dem GBK zur Verfügung stellt“ Gleichzeitig lud er ein zu einem Kultur-Treff am im großen Ratssaal.

Als Ergebnis dieser Veranstaltung war positiv zu vermerken, dass sich ein Verein zur Förderung des GBK und der Kultur vor Ort bilden sollte. Kurze Zeit später, am 12.3.1996 kam es zur Gründungsversammlung der Erndtebrücker Kulturinitiative. Mit Hilfe des Vorsitzenden und des Geschäftsführers des Gebrüder-Busch-Kreises war eine Satzung ausgearbeitet worden. Sie wurde mit einigen Änderungen angenommen. Zweck der Initiative ist die ideelle und finanzielle Unterstützung des GBK sowie die Förderung der Kultur vor Ort. Die EKI hatte anfangs ca. 70 Mitglieder, die mit ihrem Jahresbeitrag dafür sorgten, dass tatsächlich außer dem Zuschuss der Gemeinde ein eigener Beitrag an den GBK gezahlt werden konnte und insofern die Bedingungen für den Gemeindezuschuss erfüllt waren. 
(Daten entnommen aus Aufsätzen und Reden des Gründungsmitgliedes und langjährigen Vorsitzenden der EKI Adolf Laues)

Seit der ersten Saison (Herbst 1996 bis Sommer 1997) werden etwa 10 bis 15 Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem GBK, teilweise auch in eigener Regie in Erndtebrück durchgeführt. Örtliche Möglichkeiten bieten für Konzerte die evangelische Kirche, für Schauspiele, Kabarett und Lesungen anfangs das Soldatenheim (die Ratsstuben), später das ev. Jugendheim und das Hotel Edermühle, für Vernissagen und Ausstellungen das Rathaus. Inzwischen sind noch das Bürgerhaus in Schameder, die Haflinger Hütte in Erndtebrück, das Hotel Ginsberger Heide und zwischenzeitlich ein Spiegelzelt hinzugekommen.
Von Anfang an wurde die Öffentlichkeit in jeder Saison ausführlich informiert durch ein mittlerweile rund 30-seitiges, kostenlos erhältliches Programmheft über die in Zusammenarbeit mit den GBK und auf eigene Initiative geplanten Vorstellungen in Erndtebrück.
Zu den Veranstaltungen zählen: Theater, Lesungen, Kabarett, Konzerte (klassisch und modern), Kindertheater usw.

Einige „Highlights“ der letzten Jahre

Konzerte mit der Philharmonie Südwestfalen, der Siegener Kantorei, der jungen Marburger Philharmonie, der Big Band der Universität Siegen, Die Söhne Mannheims und Xavier Naidoo, Lesungen mit Marie Luise Marjan, Christine Westermann, Eva Mattes, Hannelore Hoger, Kabarett mit Bodo Bach, Bill Mockridge, Kalle Pohl, Weigand & Genähr, Horst Schroth, Bernd Stelter, Theater mit dem Theater „Springmaus“ (Bonn), Kindertheater Töfte, Theater Hans Schwab / Ronca Nickel,

Die Namensgeber:

Fritz Busch – Dirigent 
geboren am13. März 1890 in Siegen
gestorben am 14. September 1951 in London

Adolf Busch – Geiger und Komponist
geboren am 8. August 1891 in Siegen
gestorben am 9. Juni 1952 in Guilford, Vermont / USA

Willi Busch – Schauspieler 
geboren am 23. April 1893 in Siegen  
gestorben am 10 Mai 1951 in Köln

Hermann Busch – Cellist 
geboren am 24 Juni 1897 in Siegen
gestorben am 3. Juni 1975 in Bryn Mawr, USA

Heinrich Busch – Pianist und Komponist
geboren am 28. Juni 1900 in Siegen
gestorben am 13. Februar 1929 in Duisburg